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Portfoliotheorie

Der maximale Rückgang

Der größte Verlust vom Hoch zum Tief – die Zahl, die am ehesten beschreibt, was man aushalten muss.

11 Min. LesezeitRechenweg

Der maximale Rückgang misst nicht Schwankung, sondern Schmerz: wie tief es ging und wie lange es dauerte, bis es wieder aufgeholt war.

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Der maximale Rückgang ist der größte prozentuale Verlust vom höchsten bis zum darauffolgenden tiefsten Stand. Er beantwortet die Frage, die eine Volatilitätszahl nicht beantwortet: Wie schlimm wurde es tatsächlich?

Vom Hoch zum tiefsten Punkt danach. Die Kennzahl beschreibt, was man ausgehalten hätte – nicht, was man verloren hat.

Rückgang = (Tiefstand − vorheriger Höchststand) ÷ vorheriger Höchststand

Gerechnet wird immer gegen den bisherigen Höchststand, nicht gegen den Anfangswert. Deshalb kann eine Anlage über den Gesamtzeitraum im Plus liegen und trotzdem einen schweren Rückgang aufweisen.

Warum die Erholungsdauer dazugehört

Ein Rückgang von vierzig Prozent, der nach einem Jahr aufgeholt ist, ist etwas anderes als derselbe Rückgang mit dreizehn Jahren Erholungszeit. Die zweite Zahl entscheidet darüber, ob jemand durchhält – und wer während der Erholungsphase Geld entnehmen muss, hat den Verlust festgeschrieben.

Dazu kommt die Asymmetrie der Prozentrechnung, die regelmäßig unterschätzt wird: Nach minus 50 Prozent braucht es plus 100, um wieder bei null zu sein. Nach minus 20 reichen plus 25.

Was zur Rückkehr auf den alten Stand nötig ist.
RückgangNötiger Anstieg
−10 %+11 %
−20 %+25 %
−33 %+50 %
−50 %+100 %
−80 %+400 %

Die zwei Zahlen, die immer zusammengehören

Ein maximaler Rückgang von 50 Prozent sagt für sich genommen wenig. Erst mit der Dauer bis zur Erholung wird daraus eine Aussage darüber, was auszuhalten war – und die Dauer ist regelmäßig die härtere der beiden Zahlen.

  • Die Tiefe entscheidet über den Schrecken, die Dauer über das Durchhalten. Ein schneller Absturz mit rascher Erholung ist unangenehm; Jahre unter Wasser sind es länger.
  • Die Erholung braucht mehr, als der Rückgang genommen hat. Nach minus 50 Prozent sind plus 100 Prozent nötig, um wieder bei null zu sein. Diese Asymmetrie ist der Grund, warum große Rückgänge so viel schwerer wiegen als kleine.
  • Die Zeit zählt ab dem alten Höchststand, nicht ab dem Tief. Wer erst ab dem Tief rechnet, verkürzt jede Erholungsdauer erheblich – ein häufiger Fehler in Werbematerial.

Warum die historische Zahl zu klein ist

Für die Planung ist der historische Rückgang deshalb eine Untergrenze der Erwartung, kein Grenzwert. Wer prüfen will, ob er sein Depot aushält, rechnet mit spürbar mehr – und mit einer Erholungsdauer, die länger ist als die bisher beobachtete.

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