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Portfoliotheorie

Rebalancing

Warum eine Aufteilung wieder hergestellt werden muss, nach welcher Regel – und was es tatsächlich bringt.

12 Min. LesezeitBeobachtung

Rebalancing hält das Risiko auf dem gewählten Niveau. Dass es zusätzlich Rendite bringt, ist der seltenere Fall und hängt vom Verlauf ab.

5:39 übrig

Wer 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen wählt und dann nichts tut, hat nach einigen guten Aktienjahren 75 zu 25. Die Aufteilung hat sich verschoben, ohne dass jemand etwas entschieden hätte – und mit ihr das Risiko.

Das ist der eigentliche Zweck des Rebalancings: nicht Rendite, sondern die Rückkehr zu dem Risiko, das man einmal für richtig gehalten hat. Wer nie zurückschichtet, hat am Ende eines langen Aufschwungs das höchste Aktiengewicht seines Lebens – kurz bevor es darauf ankommt.

Nach welcher Regel

Die drei gängigen Auslöser.
RegelVorgehenEigenschaft
Nach Kalendereinmal im Jahr, unabhängig vom Standeinfach, planbar, wenige Umsätze
Nach Bandbreitewenn eine Position mehr als 5 Punkte abweichtreagiert auf das, worauf es ankommt
Über Zuflüsseneues Geld in die untergewichtete Seitelöst nichts aus – keine Kosten, keine Steuer

Die dritte Zeile ist für die meisten die beste. Wer ohnehin monatlich einzahlt, kann die Aufteilung über Jahre allein mit der Verteilung der Einzahlungen halten und muss nie verkaufen – und damit nie einen steuerpflichtigen Gewinn auslösen.

Kalender oder Bandbreite

Es gibt zwei Auslöser, und die Wahl zwischen ihnen ist die einzige Entscheidung, die man beim Rebalancing überhaupt trifft. Beide funktionieren; sie haben nur verschiedene Schwächen.

Die beiden Regeln im Vergleich
Nach KalenderNach Bandbreite
Auslöserein fester Termin, etwa einmal jährlicheine Abweichung von der Zielquote über eine festgelegte Spanne hinaus
Stärkenull Aufwand, null Entscheidungen, kein Blick ins Depot nötiggreift dann, wenn es etwas zu tun gibt – auch mitten im Jahr
Schwächeein Absturz im März wird erst im Dezember korrigiertverlangt regelmäßiges Nachsehen, und genau das erzeugt Handlungsdruck
Zahl der Transaktionenplanbar und niedrigin ruhigen Jahren null, in unruhigen mehrere

Die verbreitete Kombination nimmt von beidem das Beste: einmal jährlich nachsehen und nur dann handeln, wenn die Abweichung eine Schwelle überschreitet. Damit ist der Aufwand fest und die Zahl der Geschäfte klein.

Was Rebalancing wirklich leistet

Die billigste Variante: über die Zuflüsse

Jeder Verkauf kostet Gebühren, Spread und meist Steuer. Wer regelmäßig einzahlt, kann die Quote ganz ohne Verkauf zurückführen – indem die nächsten Raten in den zu leichten Baustein fließen. Bei einem noch wachsenden Depot reicht das über viele Jahre vollständig aus, und es ist die einzige Form des Rebalancing, die nichts kostet.

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