Rebalancing hält das Risiko auf dem gewählten Niveau. Dass es zusätzlich Rendite bringt, ist der seltenere Fall und hängt vom Verlauf ab.
Wer 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen wählt und dann nichts tut, hat nach einigen guten Aktienjahren 75 zu 25. Die Aufteilung hat sich verschoben, ohne dass jemand etwas entschieden hätte – und mit ihr das Risiko.
Das ist der eigentliche Zweck des Rebalancings: nicht Rendite, sondern die Rückkehr zu dem Risiko, das man einmal für richtig gehalten hat. Wer nie zurückschichtet, hat am Ende eines langen Aufschwungs das höchste Aktiengewicht seines Lebens – kurz bevor es darauf ankommt.
Nach welcher Regel
| Regel | Vorgehen | Eigenschaft |
|---|---|---|
| Nach Kalender | einmal im Jahr, unabhängig vom Stand | einfach, planbar, wenige Umsätze |
| Nach Bandbreite | wenn eine Position mehr als 5 Punkte abweicht | reagiert auf das, worauf es ankommt |
| Über Zuflüsse | neues Geld in die untergewichtete Seite | löst nichts aus – keine Kosten, keine Steuer |
Die dritte Zeile ist für die meisten die beste. Wer ohnehin monatlich einzahlt, kann die Aufteilung über Jahre allein mit der Verteilung der Einzahlungen halten und muss nie verkaufen – und damit nie einen steuerpflichtigen Gewinn auslösen.
Kalender oder Bandbreite
Es gibt zwei Auslöser, und die Wahl zwischen ihnen ist die einzige Entscheidung, die man beim Rebalancing überhaupt trifft. Beide funktionieren; sie haben nur verschiedene Schwächen.
| Nach Kalender | Nach Bandbreite | |
|---|---|---|
| Auslöser | ein fester Termin, etwa einmal jährlich | eine Abweichung von der Zielquote über eine festgelegte Spanne hinaus |
| Stärke | null Aufwand, null Entscheidungen, kein Blick ins Depot nötig | greift dann, wenn es etwas zu tun gibt – auch mitten im Jahr |
| Schwäche | ein Absturz im März wird erst im Dezember korrigiert | verlangt regelmäßiges Nachsehen, und genau das erzeugt Handlungsdruck |
| Zahl der Transaktionen | planbar und niedrig | in ruhigen Jahren null, in unruhigen mehrere |
Die verbreitete Kombination nimmt von beidem das Beste: einmal jährlich nachsehen und nur dann handeln, wenn die Abweichung eine Schwelle überschreitet. Damit ist der Aufwand fest und die Zahl der Geschäfte klein.
Was Rebalancing wirklich leistet
Die billigste Variante: über die Zuflüsse
Jeder Verkauf kostet Gebühren, Spread und meist Steuer. Wer regelmäßig einzahlt, kann die Quote ganz ohne Verkauf zurückführen – indem die nächsten Raten in den zu leichten Baustein fließen. Bei einem noch wachsenden Depot reicht das über viele Jahre vollständig aus, und es ist die einzige Form des Rebalancing, die nichts kostet.
Lektion durchgearbeitet?
Markiere die Lektion, wenn du sie durch hast. In der Bereichsübersicht siehst du dann auf einen Blick, was noch offen ist.
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