Eine Devisenanalyse vom 26. August, 11:25 Uhr, hält für den australischen Dollar fest: Die Inflation ist hartnäckiger als erwartet. Das klingt nach einer Randnotiz für Fernreisende. Der Mechanismus dahinter gilt aber für jede Währung – auch für den Euro.
Die Kette in vier Schritten
- Die Inflation fällt höher aus als erwartet.
- Der Markt rechnet daraufhin damit, dass die Notenbank die Zinsen länger hoch hält oder weniger schnell senkt.
- Höhere Zinsen machen Anlagen in dieser Währung für ausländisches Kapital attraktiver.
- Die Nachfrage nach der Währung steigt – und mit ihr ihr Kurs.
Entscheidend ist wieder das Wort erwartet. Eine hohe Inflation, mit der alle gerechnet haben, bewegt nichts; sie steckt bereits in den Zinserwartungen und damit im Kurs. Bewegt wird nur die Überraschung.
Warum das ein deutsches Depot betrifft
Wer einen weltweit anlegenden Indexfonds hält, hält damit Unternehmen in vielen Währungen. Der Fonds wird in Euro notiert, seine Bestandteile werden es nicht. Jede Wechselkursbewegung geht deshalb in den Euro-Wert des Depots ein, ohne dass ein einziger Aktienkurs sich bewegt haben müsste.
Was daraus folgt: Notenbankmeldungen aus fernen Ländern sind für ein breit gestreutes Depot keine Auslandsnachrichten. Sie wirken über den Wechselkurs, und dieser Kanal ist in der eigenen Depotübersicht bereits enthalten – nur nicht ausgewiesen.
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