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Geldanlage

Broadcom leiht bis zu 100 Milliarden für die KI-Wette

Broadcom verhandelt bis zu 100 Milliarden Dollar Fremdkapital für KI-Chips, während Goldman Sachs vor Verdrängungseffekten in der übrigen Wirtschaft warnt.

Redaktion IM Invests5 Min. Lesezeit

Broadcom verhandelt laut übereinstimmenden Berichten eine Finanzierung von bis zu 100 Milliarden Dollar für den Ausbau von KI-Rechenkapazität. Die Struktur soll aus einer besicherten Senior-Tranche von 60 bis 70 Milliarden Dollar und einer nachrangigen Tranche von rund 30 Milliarden Dollar bestehen, wobei Broadcom selbst einen Teil der Senior-Schulden absichern würde. An dem Geschäft sollen sich auch Blackstone und Apollo Global Management beteiligen, Nutznießer der zusätzlichen Kapazität ist unter anderem Anthropic.

Der Deal baut auf einer bereits im Juni 2026 angekündigten Vereinbarung über 35 Milliarden Dollar zwischen Broadcom, Blackstone und Apollo auf, die Anthropics Rechenkapazität um ein Gigawatt erweitern sollte. Das gemeinsame Ziel der beteiligten Partner liegt bei mehr als 20 Gigawatt für große KI-Anbieter bis 2028.

Wenn Rechenzentren mit fremdem statt eigenem Geld gebaut werden

Statt Rechenzentren aus eigenen Gewinnen oder über neue Aktien zu finanzieren, holt sich Broadcom hier gezielt Fremdkapital von spezialisierten Investoren wie Blackstone und Apollo. Das hält die Schulden zu großen Teilen außerhalb der eigenen Bilanz und verteilt das Risiko auf die Geldgeber – im Gegenzug verlangen diese für ihr Kapital eine entsprechende Verzinsung. Es ist ein anderer Weg, dieselbe teure Infrastruktur zu bezahlen, als sie direkt aus dem operativen Geschäft zu stemmen.

Goldman Sachs: fast ein Viertel der Investment-Grade-Anleihen

Goldman Sachs beziffert die US-KI-Investitionen für 2026 auf etwa 600 Milliarden Dollar – knapp zwei Prozent der US-Wirtschaftsleistung und mehr als zehn Prozent aller unternehmerischen Anlageinvestitionen. Am Kreditmarkt mache KI-Finanzierung inzwischen fast ein Viertel aller Emissionen von Investment-Grade-Anleihen aus. Für 2026 schätzt die Bank den zusätzlichen Verdrängungseffekt auf andere Investitionen auf rund 50 Milliarden Dollar, betont aber zugleich, dass sowohl der Wachstumsbeitrag als auch die Verdrängungseffekte insgesamt kleiner ausfallen als oft angenommen.

Was daraus folgt: Dieselbe Entwicklung – der KI-Boom braucht enorme Summen – erzeugt zwei gegenläufige Nachrichten: ein einzelner Konzern, der sich für seine Wette so viel Fremdkapital wie möglich sichert, und eine Bank, die die Gesamtwirkung auf den Kreditmarkt beobachtet und einordnet, statt sie zu dramatisieren.

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