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China kauft weiter Gold – und zahlt dafür weniger als der Westen

Russisches Gold fließt in Rekordmengen nach Hongkong, Chinas Reserven wachsen weiter. Trotzdem notiert Gold in Shanghai unter dem westlichen Preis.

Redaktion IM Invests4 Min. Lesezeit

Zwischen Januar und Juli sind laut Goldreporter fast 100 Tonnen russisches Gold nach Hongkong geflossen – knapp dreimal so viel wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Zeitgleich meldet Goldreporter, dass Chinas offizielle Goldreserven weiter gewachsen sind, zuletzt auf 76,73 Millionen Feinunzen.

Mehr Nachfrage, niedrigerer Preis

Wer daraus auf einen höheren Goldpreis in China schließt, liegt laut den Daten falsch: Goldreporter beziffert den sogenannten China-Spread auf minus 38 US-Dollar – der Goldpreis in Shanghai notiert damit unter dem Preis im Westen. Zusätzlich soll der Preis dort zuletzt stärker gefallen sein als im Westen.

Warum sich die anhaltenden offiziellen Käufe nicht in einem Preisaufschlag niederschlagen, sagt die Meldung nicht. Das bleibt hier bewusst offen, statt eine plausible, aber unbelegte Erklärung nachzuliefern.

Der Fall zeigt zudem, dass Gold nicht überall zum selben Preis gehandelt wird: Shanghai, London und New York können zur gleichen Zeit unterschiedliche Preise zeigen. Solche Differenzen – „Spreads“ – werden von Marktbeobachtern selbst dann verfolgt, wenn die Ursache im Einzelfall nicht klar benannt ist.

Was daraus folgt: Anhaltende Käufe einer Zentralbank oder ein wachsender Warenstrom bedeuten nicht automatisch einen höheren lokalen Preis. Wer eine einzelne Marktnotiz liest, sollte im Kopf behalten, dass es bei einem global gehandelten Rohstoff mehrere Preise gleichzeitig geben kann.

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  • Gold
  • Zentralbanken
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