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Schwächere US-Erzeugerpreise sollten Gold eigentlich helfen – stattdessen fällt der Preis

Die US-Erzeugerpreise legten im Juli langsamer zu als erwartet, was Zinssenkungen wahrscheinlicher macht. Der Goldpreis gab trotzdem nach.

Redaktion IM Invests4 Min. Lesezeit

Der Goldpreis notiert heute früh laut wallstreet-online bei 4.315,81 Dollar je Feinunze, ein Minus von 0,82 Prozent. Das folgt auf eine Meldung von Goldreporter vom Donnerstag: Die US-Erzeugerpreise sind im Juli „deutlich langsamer“ gestiegen als erwartet, und auch die Arbeitsmarktdaten fielen schwächer aus als erwartet. Beides senkt normalerweise den Druck auf die Notenbank, an hohen Zinsen festzuhalten – und niedrigere Zinserwartungen gelten grundsätzlich als gut für Gold, das selbst keine Zinsen zahlt.

Warum schwächere Inflation eigentlich für Gold spricht

Gold wirft keine laufenden Erträge ab. Je niedriger die Zinsen auf Anleihen und Tagesgeld, desto geringer sind die entgangenen Zinserträge, die ein Anleger für das Halten von Gold in Kauf nimmt – der sogenannte Opportunitätskostenmechanismus. Schwächere Erzeugerpreise und ein schwächerer Arbeitsmarkt erhöhen üblicherweise die Wahrscheinlichkeit von Zinssenkungen und sollten Gold damit tendenziell attraktiver machen.

Der Preis fiel trotzdem – und die ETF-Bestände stiegen

Genau das ist an diesem Donnerstag nicht eingetreten: Laut Goldreporter startete der Goldpreis bereits schwächer in den Tag, noch bevor die Erzeugerpreise vorlagen, und rutschte anschließend unter die Marke von 4.400 Dollar. Eine Erklärung dafür, warum die eigentlich unterstützende Nachricht nicht half, liefert die Quelle nicht – möglich sind etwa Gewinnmitnahmen nach dem vorangegangenen Anstieg oder Bewegungen am Devisenmarkt, die hier aber nicht belegt sind. Auffällig ist der Gegensatz zu einer weiteren Meldung desselben Tages: Der größte Gold-ETF verzeichnete die vierte Woche in Folge steigende Bestände – während der Preis fiel, kauften institutionelle Anleger über den Fonds offenbar weiter zu.

Korrelation ist eine Tendenz, kein Naturgesetz

Der Zusammenhang zwischen Zinserwartungen und Goldpreis ist eine Korrelation, die sich über längere Zeiträume statistisch zeigt – kein Mechanismus, der an jedem einzelnen Handelstag greifen muss. An einem bestimmten Tag können andere Kräfte überwiegen: die Dollar-Bewegung, die Positionierung am Terminmarkt oder schlicht, dass ein Teil der guten Nachricht schon vorher im Kurs steckte.

Was daraus folgt: Eine bekannte Korrelation – hier: niedrigere Zinserwartungen stützen Gold – erklärt eine Richtung über Zeit, nicht jede einzelne Tagesbewegung. Wer aus einem einzigen Tag eine Regel ableitet, verwechselt eine Tendenz mit einer Garantie.

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