Die Verbraucherpreise sind im Vorjahresvergleich um 1,8 Prozent gestiegen. Die Inflationsrate liegt damit wieder unter dem Zielwert von zwei Prozent, den die Europäische Zentralbank als Definition stabiler Preise verwendet.
Sinkende Rate heißt nicht sinkende Preise
Ein häufiges Missverständnis: Eine fallende Inflationsrate bedeutet nicht, dass Dinge billiger werden. Sie bedeutet nur, dass die Preise langsamer weiter steigen. Fallende Preise auf breiter Front hießen Deflation – und die gilt als gefährlicher als moderate Inflation, weil Konsum und Investitionen aufgeschoben werden.
Der Preisniveau-Sprung der Hochinflationsjahre bleibt damit im System. Wer 2021 einen Warenkorb für 100 Euro kaufen konnte, zahlt dafür heute deutlich mehr – und dieser Aufschlag verschwindet nicht wieder.
Was 1,8 Prozent über 20 Jahre anrichten
| Zeitraum | Kaufkraft in heutigen Euro | Verlust |
|---|---|---|
| nach 10 Jahren | 8.365 € | −16,4 % |
| nach 20 Jahren | 6.997 € | −30,0 % |
| nach 30 Jahren | 5.853 € | −41,5 % |
Auch eine „harmlose“ Inflationsrate summiert sich über Jahrzehnte erheblich – der gleiche Zinseszins-Mechanismus, der beim Sparen für dich arbeitet, arbeitet hier gegen dich.
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