Der DAX hat ein neues Jahreshoch erreicht. Für viele Anlegerinnen und Anleger löst das einen Reflex aus: Jetzt ist es zu teuer, jetzt wartet man besser auf den Rücksetzer. Historische Daten stützen diesen Reflex nicht.
Höchststände sind der Normalzustand
Ein Index, der langfristig steigt, verbringt zwangsläufig viel Zeit in der Nähe seines Höchststands. Anders wäre ein Aufwärtstrend gar nicht möglich. Ein neues Hoch ist deshalb keine Anomalie, sondern das erwartbare Ergebnis eines funktionierenden Kapitalmarkts.
Wer auf Rücksetzer wartet, tauscht ein bekanntes Risiko gegen ein unbekanntes: Statt Kursschwankungen trägt er das Risiko, die Aufwärtsbewegung zu verpassen. Beides ist ein Risiko – nur fällt das zweite weniger auf, weil es sich nicht im Depotauszug zeigt.
Der teure Teil des Wartens
Die Rendite eines Jahrzehnts hängt an überraschend wenigen Handelstagen. Wer die stärksten Tage verpasst, weil er in Bargeld wartete, holt den Rückstand kaum wieder auf. Und diese Tage liegen meist unmittelbar neben den schlechtesten – also genau in Phasen, in denen kaum jemand einsteigen möchte.
Ein Hinweis zum DAX selbst
Beim Vergleich mit anderen Indizes lohnt ein Blick auf die Berechnungsart. Der DAX ist ein Performance-Index: Dividenden werden rechnerisch wieder angelegt. Der S&P 500 wird üblicherweise als Kursindex dargestellt. Prozentzahlen der beiden direkt zu vergleichen, bevorteilt den DAX systematisch.
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