Norwegen deckt laut einem Bericht von wallstreet-online 44 Prozent der deutschen Erdgasimporte und rund 16,6 Prozent der deutschen Rohölimporte – nach dem Ende russischer Pipeline-Lieferungen ist das Land zu Deutschlands wichtigstem Energielieferanten geworden. Die norwegische Offshore-Behörde warnt jedoch: Auf dem Kontinentalschelf wird schneller gefördert, als neue Vorkommen hinzukommen.
Wenn die Förderung die Funde überholt
In den vergangenen zehn Jahren kamen laut Bericht im Schnitt nur rund 50 Millionen Standardkubikmeter neue Öl- und Gasfunde pro Jahr hinzu – gefördert wurden im selben Zeitraum durchschnittlich 233 Millionen Standardkubikmeter jährlich, mehr als das Vierfache. Das ähnelt dem Muster eines Unternehmens, dessen Auftragseingang seinen Umsatz nicht mehr deckt: Was heute verkauft wird, kommt nicht im gleichen Tempo als neuer Auftrag zurück.
Eine Spanne statt einer Zahl für die Zukunft
Für die Zeit bis 2050 nennt die norwegische Behörde laut Bericht kein festes Ergebnis, sondern zwei Szenarien: Im optimistischen Fall liegt die Fördermenge noch bei rund 65 Prozent des heutigen Niveaus, im pessimistischen Fall nur noch bei etwa 5 Prozent. Diese Spanne selbst ist die eigentliche Information – sie zeigt, wie unsicher eine Prognose über 25 Jahre Rohstoffförderung zwangsläufig bleibt.
Was daraus folgt
Was daraus folgt: Deutschlands Energieversorgung hängt heute stärker an einem einzigen Lieferanten als vor dem Ende der russischen Pipeline-Importe – und dieser Lieferant benennt selbst ein Datum, ab dem seine Fördermenge absehbar sinken könnte. Das ist kein Grund für Alarmismus, aber ein Argument dafür, Lieferantenkonzentration als eigenes Risiko zu betrachten, unabhängig vom Preis, der heute an Tankstelle oder Gasrechnung steht.
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IM Invests · https://iminvests.de/news/norwegen-oel-gas-warnung-ab-2030/