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Öl steigt auf eine Hormus-Drohung, Kupfer fällt trotz erwarteter Rallye

Brent legt nach einer Trump-Drohung zur Straße von Hormus zu, obwohl IEA und OPEC ihre Nachfrageprognosen senkten. Kupfer bewegt sich entgegengesetzt.

Redaktion IM Invests4 Min. Lesezeit

Zwei Industrierohstoffe, eine Woche, zwei entgegengesetzte Bewegungen. Der Ölpreis zog am Freitag an, nachdem laut einem dpa-AFX-Ticker von 20:29 Uhr US-Präsident Trump angekündigt haben soll, die Straße von Hormus zu US-Territorium machen zu wollen. Der Kupferpreis dagegen gab schon am Tag zuvor nach – ausgerechnet dort, wo Charttechniker laut einer Meldung eine Rallye erwartet hatten.

Eine Drohung an einer engen Meerenge

Was genau eine Übernahme der Straße von Hormus – einer der wichtigsten Tankerrouten der Welt – durch die USA bedeuten würde und wie realistisch sie ist, sagt die Kurzmeldung nicht. Sie hält nur die Ankündigung fest, keine Einordnung ihrer Tragweite oder Umsetzbarkeit.

Der Ölpreis steigt – obwohl die Nachfrageprognosen gerade gesenkt wurden

Bemerkenswert ist der zeitliche Zusammenhang mit einer zweiten Meldung desselben Tages: Um 11:25 Uhr hatte Société Générale über onvista berichtet, IEA und OPEC hätten ihre Nachfrageprognosen für Öl gesenkt – eigentlich ein Preisdämpfer. Laut Markt Bote stieg Brent trotzdem um 1,15 Prozent auf 87,98 Dollar; eine Rohstoffpreisliste der Börse Frankfurt vom frühen Samstagmorgen zeigt Brent sogar bei 88,55 Dollar, ein Plus von 1,81 Prozent. Ein geopolitisches Risiko auf der Angebotsseite hat damit offenbar schwerer gewogen als eine schwächere Nachfrageprognose.

Kupfer bewegt sich in die andere Richtung

Beim Kupferpreis lief es umgekehrt: Ein Beitrag der wallstreetONLINE-Redaktion vom 13. August beschreibt, der Kupferpreis (COMEX) sei „zuletzt zurückgekommen“ – und das ausgerechnet, nachdem das Industriemetall aus charttechnischer Sicht „unmittelbar davor“ gestanden habe, „eine große Rallye zu installieren“. Ob daraus tatsächlich ein Einbruch wird, lässt der Beitrag als offene Frage stehen.

Zwei Industrierohstoffe, zwei unabhängige Erzählungen

Öl und Kupfer gelten beide als konjunktursensibel, laufen aber nicht zwangsläufig im Gleichlauf. Der Ölpreis reagierte hier auf ein geopolitisches Risiko an einer Tankerroute, der Kupferpreis auf eine gescheiterte Chartformation – zwei völlig unterschiedliche Auslöser, die zufällig in dieselbe Handelswoche fielen.

Was daraus folgt: „Rohstoffe“ ist keine einheitliche Anlageklasse mit einer Richtung. Wer aus einem steigenden Ölpreis automatisch auf steigende Industriemetalle schließt, überträgt eine Erklärung, die nur für den einen Markt gilt, auf einen anderen mit eigenen Treibern.

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