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PSI Software senkt die Prognose für 2026 deutlich

PSI Software kappt die erwartete Marge fürs laufende Jahr fast auf die Hälfte – ein Lehrstück darüber, wie eine Prognose von Ist-Zahlen zu trennen ist.

Redaktion IM Invests4 Min. Lesezeit

Der Softwarekonzern PSI hat seine Prognose für das Geschäftsjahr 2026 gesenkt. Statt eines Umsatzwachstums von rund 10 Prozent erwartet der Vorstand jetzt nur noch etwa 5 Prozent. Beim Auftragseingang war ein Plus von rund 10 Prozent geplant, jetzt rechnet PSI nur noch mit einer Stabilisierung auf Vorjahresniveau. Die bereinigte EBIT-Marge soll statt der ursprünglich erwarteten rund 4 Prozent nur noch bei etwa 2 Prozent liegen.

Als Hauptgrund nennt PSI die wirtschaftliche Unsicherheit in Europa, insbesondere die Schwäche des europäischen Stahlmarkts. Im Segment Process Industries & Metals rechnet der Konzern für 2026 mit einem Umsatzrückgang von 15 Prozent und einer Marge im einstelligen negativen Bereich.

Eine Prognose ist eine Erwartung, keine Abrechnung

Eine Guidance wie die von PSI ist die Einschätzung des Managements, wie sich das laufende Jahr voraussichtlich entwickelt – keine bereits erzielte Ist-Zahl. Ändert sich diese Einschätzung wesentlich, sind börsennotierte Unternehmen verpflichtet, das umgehend über eine Ad-hoc-Meldung öffentlich zu machen, damit alle Anleger gleichzeitig informiert sind. Genau das ist hier der Grund für die Veröffentlichung.

Nicht jedes Segment trifft es gleich hart

Die Meldung nennt ausdrücklich, dass die Segmente Discrete Manufacturing und Logistics trotz eines ebenfalls schwierigen Umfelds nach aktueller Einschätzung ihre Jahresziele für 2026 erreichen sollen. Eine konzernweite Prognosekappung kann also auf ein einzelnes, besonders betroffenes Segment zurückgehen, ohne dass alle Geschäftsbereiche gleich stark leiden.

Was daraus folgt: Wer eine Gewinnwarnung liest, sollte nach der Ursache im Detail suchen, statt sie pauschal auf „das ganze Unternehmen“ zu beziehen. Bei PSI steckt der Einbruch überwiegend in einem einzigen Segment, dessen Kunden aktuell mit einem schwachen Stahlmarkt zu kämpfen haben.

Schlagwörter

  • PSI Software
  • Gewinnwarnung
  • Prognose
  • Stahlmarkt

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