Der Russell 2000, der rund 2.000 kleinere US-Unternehmen bündelt, erreicht laut Nachrichtenticker ein Rekordhoch – und läuft damit sowohl dem S&P 500 als auch den sogenannten Magnificent Seven um Nvidia und Apple davon. Einen Grund für diese Rotation nennt die Meldung nicht.
Klein ist nicht dasselbe wie groß, nur kleiner
Small-Cap-Unternehmen im Russell 2000 erzielen ihren Umsatz überwiegend in den USA selbst, während viele Russell-2000-Werte gleichzeitig ohne den globalen Vertrieb der Mega-Caps auskommen müssen. Das macht den Index empfindlicher für die heimische US-Konjunktur und Zinserwartungen – und weniger abhängig von einzelnen Schwergewichten, wie es bei den Magnificent Seven im S&P 500 der Fall ist.
Gegenläufig statt gleichlaufend
Über lange Strecken bewegen sich kleine und große US-Aktien recht ähnlich – Korrelation ist hier die Regel, nicht die Ausnahme. Phasen wie diese, in denen sich die Wege trennen, sind deshalb selten und fallen auf. Häufig wird eine solche Rotation mit sinkenden Zinserwartungen erklärt, weil kleinere Unternehmen öfter variabel verschuldet sind – ob das hier zutrifft, verrät die Meldung allerdings nicht.
Was daraus folgt: Ein Rekordhoch bei kleinen Aktien neben einer Verschnaufpause bei den großen zeigt, warum ein Depot, das nur aus den bekanntesten Namen besteht, eben nicht automatisch die ganze US-Börse abbildet. Breiter gestreute Indizes federn genau solche Phasen ab, ohne dass Anleger die Rotation selbst timen müssten.
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