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Geldpolitik

Was heute ansteht: Französische Inflation, Eurozone-BIP und US-Einzelhandel

Um 8:45 Uhr kommt die französische Inflation, um 12 Uhr das Eurozone-BIP mit Beschäftigungszahlen, um 14:30 Uhr die US-Einzelhandelsumsätze für Juli.

Redaktion IM Invests4 Min. Lesezeit

Ein Wirtschaftskalender-Widget von wallstreet-online nennt für heute drei Termine kurz hintereinander: um 8:45 Uhr einen Verbraucherpreisindex nach EU-Norm (Prognose 2,4 Prozent im Jahresvergleich, wie im Vormonat), um 12 Uhr gleich mehrere Werte – Bruttoinlandsprodukt im Jahres- und im Quartalsvergleich sowie eine Beschäftigungsveränderung –, und um 14:30 Uhr Einzelhandelsumsätze samt einer sogenannten Kontrollgruppe. Das Widget selbst nennt keine Länder zu den Terminen.

Wem die Zahlen zuzuordnen sind

Ein Abgleich mit dem Wirtschaftskalender von Investing.com ordnet die drei Termine ein: Um 8:45 Uhr steht die endgültige französische Verbraucherpreis-Lesung für Juli an, um 12 Uhr veröffentlicht Eurostat die zweite Schätzung zum Bruttoinlandsprodukt der Eurozone für das zweite Quartal zusammen mit Beschäftigungsdaten, und um 14:30 Uhr folgen die US-Einzelhandelsumsätze für Juli samt Kernrate ohne Autos.

Warum eine Kontrollgruppe mehr verrät als die Schlagzeile

Bei den US-Einzelhandelsumsätzen lohnt der zweite Blick: Neben der Gesamtzahl (Prognose 0,2 Prozent zum Vormonat, wie im Vormonat) weist die sogenannte Control Group aus, wie sich der Konsum ohne einige schwankungsanfällige Posten wie Autos, Baumaterial und Tankstellen entwickelt – dieser Wert fließt direkter in die amtliche Berechnung des Konsums innerhalb des Bruttoinlandsprodukts ein als die Schlagzeilenzahl. Der Vorwert lag hier bei 0,5 Prozent, eine neue Prognose nennt der Kalender nicht.

Ein doppelter Blick auf dieselbe Wirtschaftsregion

Bemerkenswert ist die zeitliche Nähe der beiden europäischen Termine: Erst die nationale Inflation eines einzelnen Landes, dann zwei Stunden später die Wachstums- und Beschäftigungszahlen für die gesamte Eurozone. Wer beide Zahlen zusammen liest, bekommt am selben Vormittag sowohl ein nationales Detail als auch das große Bild – ein Beispiel dafür, wie Konjunkturkalender Länder- und Regionaldaten mischen, ohne dass das auf den ersten Blick auffällt.

Was daraus folgt: Ein Kalendertermin ist erst dann einzuordnen, wenn klar ist, wofür er steht und wie sein Vorwert lautete. Drei Uhrzeiten allein sagen wenig – Land, Kennzahl und Prognose entscheiden, ob eine Veröffentlichung heute Nachmittag Bewegung in die Kurse bringen kann.

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