Die Ordertypen und was sie tatsächlich bewirken
| Typ | Was zugesagt wird | Was nicht zugesagt wird |
|---|---|---|
| Market | Ausführung | Der Preis. Bei dünnem Handel kann er weit vom letzten Kurs abweichen. |
| Limit | Der Preis – höchstens beim Kauf, mindestens beim Verkauf | Dass überhaupt ausgeführt wird. |
| Stop-Loss | Dass bei Erreichen der Schwelle eine Market-Order ausgelöst wird | Zu welchem Preis diese ausgeführt wird – im Crash oft deutlich darunter. |
| Trailing-Stop | Dass die Schwelle mit steigendem Kurs nachzieht | Ebenfalls nicht der Ausführungspreis. |
Wo der Spread mehr kostet als die Gebühr
Die Ordergebühr steht auf der Abrechnung, der Spread nicht – er ist der Abstand zwischen dem Preis, zu dem gerade jemand kauft, und dem, zu dem jemand verkauft. Wer sofort nach dem Kauf wieder verkaufen würde, bekäme weniger heraus, als er bezahlt hat, obwohl sich nichts bewegt hat.
Bei einer Order über 1.000 Euro sind 0,3 Prozent Spread drei Euro – oft mehr als die Ordergebühr. Und der Spread hängt stark davon ab, wann und wo gehandelt wird.
- Referenzmarkt tagsüber: engste Spannen bei deutschen Werten und den meisten ETFs.
- Außerbörslich am Abend: Der Referenzmarkt ist zu, der Anbieter muss den fairen Wert schätzen und sichert sich über eine größere Spanne ab.
- Ausländische Werte: entscheidend ist, ob deren Heimatmarkt geöffnet hat. Ein US-Wert ist ab 15:30 Uhr deutscher Zeit deutlich günstiger zu handeln als um 10 Uhr.
- Eröffnung und Schluss: die unruhigsten Minuten des Tages, mit entsprechend großen Spannen.
Der Depotübertrag
Ein Wechsel des Anbieters ist gesetzlich kostenfrei – die Verwahrung ist eine Nebenpflicht, und für ihre Beendigung darf nichts berechnet werden. Der Ablauf: Der neue Broker schickt einen Übertragsauftrag, du unterschreibst, der Rest läuft zwischen den Häusern. Zwei bis sechs Wochen sind normal.
Die Teilausführung und was sie kostet
Eine Order muss nicht auf einen Schlag zustande kommen. Findet sich nur für einen Teil der Stücke eine Gegenseite, wird der Rest später ausgeführt – möglicherweise zu einem anderen Kurs, möglicherweise gar nicht. Bei liquiden Werten passiert das selten, bei kleinen Nebenwerten und außerhalb der Haupthandelszeit regelmäßig.
Teuer wird es dort, wo je Ausführung abgerechnet wird: Aus einer Order werden drei, und aus einer Gebühr werden drei. Ob ein Broker Teilausführungen desselben Tages zu einer Abrechnung zusammenfasst, steht in seinem Preisverzeichnis – es ist eine der wenigen Bedingungen, die man wirklich nachlesen sollte, weil sie sich zwischen sonst ähnlichen Anbietern unterscheidet.
Das Verrechnungskonto ist kein Depot
Zu jedem Depot gehört ein Konto, über das Käufe, Verkäufe und Ausschüttungen laufen. Es ist rechtlich etwas völlig anderes als das Depot: Was darauf liegt, ist ein Guthaben bei der Bank und damit im Insolvenzfall eine Forderung – geschützt über die Einlagensicherung bis 100.000 Euro je Kunde und Institut. Die Wertpapiere im Depot sind dagegen Eigentum des Kunden und fallen nicht in die Insolvenzmasse.
Praktisch heißt das: Ein Depot darf beliebig groß sein, ein hoher Kontostand daneben ist die Stelle, an der man hinsehen sollte. Wer nach einem großen Verkauf sechsstellig auf dem Verrechnungskonto liegen lässt, hat für diese Zeit ein Risiko, das er im Depot nicht hatte – und meistens ohne Zins als Gegenleistung.
Was du dir merken solltest
- Market sagt Ausführung zu, Limit den Preis – beides zugleich gibt es nicht.
- Ein Stop-Loss schützt nicht vor Verlusten, er schreibt sie fest.
- Der Spread kostet oft mehr als die Gebühr und hängt an Uhrzeit und Handelsplatz.
- Der Übertrag ist kostenfrei; achte darauf, dass die Anschaffungsdaten mitkommen.
- Teilausführungen können die Gebühr vervielfachen – ob sie zusammengefasst werden, steht im Preisverzeichnis.
- Das Verrechnungskonto ist eine Bankeinlage mit 100.000-Euro-Grenze, das Depot ist Eigentum ohne Grenze.
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