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Rente · Stufe 1 von 3

Wie die gesetzliche Rente rechnet

Die drei Säulen, die Formel mit zwei Faktoren – und warum die Zahl auf der Renteninformation nicht die Zahl ist, mit der man plant.

Beginner12 Min. LesezeitAusgearbeiteter Text4 Quizfragen
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Die deutsche Alterssicherung steht auf drei Säulen, und keine davon trägt allein. Die gesetzliche Rente ist die breiteste, aber sie ist ausdrücklich nicht darauf ausgelegt, den Lebensstandard zu erhalten – das war sie zuletzt vor Jahrzehnten.

Die drei Säulen
SäuleWer zahltWer trägt das Risiko
Gesetzliche RenteArbeitnehmer und Arbeitgeber je zur Hälfte, verpflichtendDie Gemeinschaft – die Höhe hängt an der politischen Entwicklung
Betriebliche VorsorgeArbeitgeber, oft ergänzt durch Entgeltumwandlung des ArbeitnehmersJe nach Durchführungsweg der Arbeitgeber oder der Arbeitnehmer
Private VorsorgeDu selbstDu selbst – dafür bestimmst du auch die Anlage

Rentenpunkte

Die Rechnung ist einfacher, als ihr Ruf vermuten lässt. Wer in einem Jahr genau das Durchschnittsentgelt aller Versicherten verdient – derzeit rund 50.500 € –, erhält genau einen Rentenpunkt. Wer die Hälfte verdient, bekommt einen halben; wer das Doppelte verdient, zwei. Nach oben begrenzt die Beitragsbemessungsgrenze.

Rentenpunkte je Beitragsjahr
BruttojahreseinkommenPunkte im Jahr
30.000 €0,59
45.000 €0,89
50.500 €1,00
70.000 €1,39
100.000 €1,91

Ein durchgerechnetes Beispiel

Jemand verdient 50.000 € brutto im Jahr, hat 15 Beitragsjahre hinter sich und noch 25 vor sich. Bleibt das Einkommen so, ergibt sich:

Von den Punkten zur Nettorente
GrößeWert
Punkte je Jahr0,99
Punkte insgesamt nach 40 Jahren39,6
Bruttorente im Monat1.615 €
− Kranken- und Pflegeversicherung− 187 €
− geschätzte Steuer− 165 €
= Nettorente im Monat1.263 €
Auf der Renteninformation steht der obere Rand der zweiten Säule. Auf dem Konto landet der untere Abschnitt – die Lücke dazwischen ist kein Betriebsunfall, sondern die Bauart des Systems.

Die Rechnung oben ist bewusst vereinfacht: konstantes Einkommen, konstanter Rentenwert, keine Kindererziehungszeiten, keine Abschläge. Sie liefert eine Größenordnung, keine Zusage. Verbindlich ist ausschließlich die Auskunft der Deutschen Rentenversicherung – und die ist kostenlos.

Die drei Schichten der Altersvorsorge

Die gesetzliche Rente ist eine von drei Ebenen, und die Unterscheidung ist mehr als eine Ordnung: Sie sagt, wer das Geld verwaltet, wie es besteuert wird und wie gut man drankommt.

Wer verwaltet, wer trägt das Risiko, wer kommt dran
SchichtWas dazugehörtKern
BasisversorgungGesetzliche Rente, Rürup, VersorgungswerkeLebenslange Zahlung, nicht vererbbar, nicht kündbar, Beiträge steuerlich absetzbar
ZusatzversorgungBetriebsrente, RiesterZuschüsse oder Steuervorteil im Erwerbsleben, dafür Bindung bis zum Rentenbeginn
Privates VermögenDepot, Immobilie, TagesgeldVolle Verfügbarkeit und volle Eigenverantwortung – kein Zuschuss, keine Bindung

Was du heute prüfen kannst – in einer halben Stunde

  1. Renteninformation heraussuchen. Sie kommt jährlich ab 27 Jahren und sechs Beitragsjahren. Die interessante Zeile ist nicht der Betrag ganz oben, sondern die aktuell erreichte Anwartschaft – das ist der Stand ohne weitere Einzahlung.
  2. Versicherungsverlauf prüfen und Lücken klären. Ausbildung, Studium, Auslandsjahre und Kindererziehungszeiten fehlen häufig. Sie zählen mit, aber nur, wenn sie erfasst sind – das nachzuholen ist kostenlos und wirkt dauerhaft.
  3. Beim Arbeitgeber nach der Betriebsrente fragen. Es gibt einen gesetzlichen Anspruch auf Entgeltumwandlung mit Mindestzuschuss. Viele wissen nicht, ob und in welcher Höhe ihr Betrieb darüber hinausgeht.
  4. Alte Verträge einmal ansehen. Riester- und Lebensversicherungsverträge aus den 2000er Jahren tragen oft Garantiezinsen, die heute unerreichbar sind – und ebenso oft Kosten, die den Vorteil aufzehren. Beides steht in der jährlichen Standmitteilung.
  5. Und die eigene Lücke beziffern. Nettorente aus der Rechnung oben, heutige Ausgaben daneben. Die Differenz ist die Zahl, um die es geht – und sie ist der einzige sinnvolle Ausgangspunkt für alles Weitere.

Was du dir merken solltest

  • Im Umlageverfahren wird nichts angespart – du erwirbst einen Anspruch, kein Guthaben.
  • Ein Rentenpunkt entspricht einem Jahr mit Durchschnittsverdienst.
  • Punkte mal Rentenwert ergibt die Bruttorente – netto bleibt deutlich weniger.
  • Die Renteninformation nennt brutto und unterstellt, dass alles so weitergeht.
  • Drei Schichten: gesetzlich, betrieblich, privat. Nur die dritte bleibt flexibel.
  • Ein Arbeitgeberzuschuss ist schwer zu schlagen – ohne Zuschuss ist die Rechnung offen.
  • Lücken im Versicherungsverlauf zu klären kostet nichts und wirkt lebenslang.

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