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Geldpolitik

BofA-Ökonomen zweifeln an der Kommunikation von Fed-Chef Warsh

BofA-Volkswirte nennen die Kommunikation von Fed-Chef Kevin Warsh nach der jüngsten Zinsentscheidung „taubenhaft und verwirrend“.

Redaktion IM Invests4 Min. Lesezeit

Die Volkswirte der eigenen Bank sind selten die schärfsten Kritiker eines Notenbankchefs – bei Bank of America ist das gerade der Fall. Aditya Bhave und Mark Cabana bezeichnen die Kommunikation von Fed-Chef Kevin Warsh nach der jüngsten Zinsentscheidung als „taubenhaft und verwirrend“.

Der Offenmarktausschuss hatte den Leitzins bei 3,50 bis 3,75 Prozent belassen – mit einer Abstimmung von 9 zu 3. Drei regionale Notenbankpräsidenten hätten eine Erhöhung um einen Viertelpunkt bevorzugt. Das ist die tiefste Spaltung im Ausschuss seit 2016.

Was BofA konkret stört

Auf der anschließenden Pressekonferenz habe Warsh laut BofA weder gute noch schlechte Nachrichten geliefert, sondern „lediglich die Unsicherheit geschürt“. Begründet habe er das damit, der Ausschuss wolle die Marktreaktion zunächst ungefiltert beobachten. BofA vergleicht die Reaktion der Märkte mit einem Glaubwürdigkeitsschock, wie ihn sonst Notenbanken in Schwellenländern erleben – mit steilerer Zinskurve, fallenden Aktienkursen und einem schwächeren Dollar als typischen Begleiterscheinungen.

Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen kletterte im Umfeld der Entscheidung auf 5,2 Prozent – den höchsten Stand seit 19 Jahren. Auch außerhalb von BofA gibt es Kritik: Skanda Amarnath von Employ America und Ökonom Justin Wolfers bemängeln ebenfalls, dass unklar bleibe, an welchen Daten Warsh künftige Zinsentscheidungen festmacht.

Warum Kommunikation selbst ein geldpolitisches Werkzeug ist

Eine Notenbank steuert nicht nur über den aktuellen Leitzins, sondern auch darüber, wie gut Marktteilnehmer den nächsten Schritt vorhersehen können – das nennt sich „Forward Guidance“. Fehlt diese Orientierung, steigt die Unsicherheit unabhängig vom tatsächlichen Zinsniveau, und genau das spiegelt sich in längerfristigen Renditen wider, die stärker reagieren als der Leitzins selbst.

Was daraus folgt: Wie tragfähig die Kritik ist, zeigt sich erst an den kommenden Sitzungen und daran, ob Warsh seine Kommunikation nachschärft. Bis dahin bleibt die Unsicherheit selbst ein Marktfaktor – benannt ausgerechnet von Ökonomen der Bank, die sonst selten öffentlich gegen eine amtierende Fed-Führung Stellung bezieht.

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