Der DAX ist mit Schwung in die neue Woche gestartet: Am Freitag schloss er bei 26.046 Punkten, ein Plus von 0,17 Prozent. Bis zum Rekordhoch von Ende August bei 26.618 Punkten fehlen damit noch gut zwei Prozent. Die Woche hat es allerdings in sich – mit Konjunkturdaten am Montag und einer Zinsentscheidung am Donnerstag, bei der Ökonomen und Marktpreise weit auseinanderliegen.
Was heute schon feststeht
Laut dem Wirtschaftskalender von wallstreet-online stehen für heute drei Termine an: um 8 Uhr die deutsche Industrieproduktion (Prognose +0,3 Prozent zum Vormonat, zuvor +0,2 Prozent), um 10:30 Uhr der Sentix-Index für das Investorenvertrauen in der Eurozone (zuletzt 0,9 Punkte) und um 11 Uhr das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone (Prognose +0,4 Prozent zum Vorquartal, +1 Prozent zum Vorjahr).
Donnerstag: die eigentliche Entscheidung
Größer ist der Termin am Donnerstag: die Zinsentscheidung der EZB. Ökonomen erwarten laut wallstreet-online mehrheitlich einen Schritt um 25 Basispunkte auf einen Einlagensatz von 2,5 Prozent – und danach eine Zinspause bis 2027. Die an den Terminmärkten eingepreiste Erwartung geht deutlich weiter: Sie deutet auf rund drei weitere Erhöhungen bis Mitte kommenden Jahres hin, was den Einlagensatz auf 3,0 Prozent triebe.
Eingepreist heißt nicht sicher
Beide Zahlen entstehen auf unterschiedliche Weise. Der Ökonomen-Wert stammt aus Umfragen unter Volkswirten, die ihre Einschätzung der wirtschaftlichen Lage abgeben. Die eingepreiste Markterwartung wird dagegen aus den Kursen von Zins-Terminkontrakten abgeleitet – sie zeigt, wie Investoren tatsächlich Geld auf einen Ausgang setzen, nicht, was Experten für am wahrscheinlichsten halten. Beide können falschliegen, und eine ungewöhnlich große Lücke zwischen beiden ist selbst schon eine Aussage: Sie zeigt, wie unsicher der Ausgang gerade eingeschätzt wird.
Was daraus folgt: Trifft die EZB am Donnerstag den von Ökonomen erwarteten kleinen Schritt, lag die aggressivere Markterwartung falsch – das allein sagt aber nichts darüber, welche der beiden Gruppen im Durchschnitt öfter richtiger liegt. Wer die Entscheidung verfolgt, lernt am ehesten etwas über den Unterschied zwischen einer Prognose und einer Wette.
Quellen
- wallstreetONLINE Redaktion, Nachricht vom 4.9.2026: „Mehr EZB-Erhöhungen erwartet: Der Markt erwartet viel härtere EZB-Schritte als die Experten“
- dpa-AFX über finanzen.at, WOCHENAUSBLICK vom 4.9.2026: „Dax muss sich auf hohem Niveau behaupten – Geldpolitik im Fokus“
- wallstreet-online.de, Wirtschaftskalender (Kommende Termine), Abruf 7.9.2026, 00:17 Uhr
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IM Invests · https://iminvests.de/news/ezb-zinserhoehung-donnerstag-dax-rekordnaehe/