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IM Invests

Fonds · Stufe 2 von 3

Fondsarten und Kostenstruktur

Welche Fondstypen es gibt, worin sie sich unterscheiden und wie du die tatsächlichen Gesamtkosten ermittelst.

Fortgeschritten17 Min. LesezeitAusgearbeiteter Text4 Quizfragen
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Die Fondsarten und wofür sie gebaut sind

Was drin ist und was das bedeutet
ArtEnthältTypische SchwankungGedacht für
AktienfondsAktien, meist nach Region oder BrancheHochAnlagehorizonte ab zehn bis fünfzehn Jahren
RentenfondsAnleihen von Staaten und UnternehmenMittel – abhängig von Laufzeit und BonitätAusgleich zu Aktien; Erträge statt Kursgewinne
MischfondsBeides, in wechselnder GewichtungDazwischenWer die Aufteilung abgeben will – und dafür zahlt
GeldmarktfondsSehr kurz laufende ForderungenSehr geringGeld parken, nicht anlegen
Offene ImmobilienfondsGewerbeimmobilienOptisch gering, in Wahrheit anders gelagertSiehe Warnung weiter unten
Die ruhige Linie ist nicht ruhiger, sie ist seltener gemessen. Bei offenen Immobilienfonds ist das der ganze Unterschied.

Aktiv oder passiv – die ehrliche Bilanz

Ein aktiver Fonds versucht, seinen Vergleichsindex zu schlagen. Das gelingt einzelnen, und es gelingt selten dauerhaft. Der Grund ist arithmetisch und nicht polemisch: Alle Anleger zusammen halten den Markt, ihre durchschnittliche Rendite vor Kosten ist also die Marktrendite. Nach Kosten liegt der Durchschnitt darunter – und aktive Fonds haben die höheren Kosten.

Daraus folgt nicht, dass aktive Fonds sinnlos sind. In engen, schlecht abgedeckten Märkten – Nebenwerte, Schwellenländeranleihen – ist der Vorsprung durch Recherche größer als in einem Markt, den tausend Analysten beobachten. Es folgt aber, dass die Kostenfrage bei einem aktiven Fonds die erste ist, nicht die letzte.

Kosten vollständig erfassen

Die genannte Kostenquote ist nicht alles. Vier Posten gehören zusammengezählt:

  1. Laufende Kosten (TER). Verwaltung, Depotbank, Prüfung, Vertrieb. Steht im Basisinformationsblatt.
  2. Transaktionskosten im Fonds. Was das Handeln innerhalb des Fonds kostet – nicht in der TER enthalten. Ein Fonds, der seinen Bestand jedes Jahr komplett umschichtet, zahlt hier ein Vielfaches eines ruhigen.
  3. Erfolgsabhängige Vergütung. Prüfen, worauf sie sich bezieht und ob es eine Hochwassermarke gibt – ohne sie kann derselbe Zuwachs nach einem Verlustjahr zweimal vergütet werden.
  4. Ausgabeaufschlag. Einmalig, aber wirksam: Bei fünf Prozent und einer angenommenen Rendite von sechs Prozent ist fast ein ganzes Anlagejahr weg, bevor es losgeht.

Thesaurierend oder ausschüttend

Thesaurierend heißt, dass Erträge im Fonds bleiben und wieder angelegt werden; ausschüttend, dass sie auf dein Konto fließen. Der Unterschied ist keiner der Rendite – am Ausschüttungstag sinkt der Anteilspreis um den ausgeschütteten Betrag –, sondern einer des Zeitpunkts und des Aufwands.

In der Aufbauphase ist thesaurierend meist bequemer: Der Zinseszins läuft ohne Zutun weiter, und es fallen keine Ordergebühren für die Wiederanlage an. In der Entnahmephase oder wenn der Sparerpauschbetrag gezielt ausgenutzt werden soll, spricht mehr für ausschüttend.

Wie ein ETF seinen Index tatsächlich nachbildet

Zwei Fonds auf denselben Index können völlig verschieden gebaut sein, und der Unterschied bestimmt, welches Risiko man neben dem Marktrisiko trägt.

Drei Bauarten
BauartWieWas man zusätzlich trägt
Voll replizierendkauft alle Indextitel in der Indexgewichtungnichts Zusätzliches. Bei sehr breiten Indizes teuer im Handel
Optimiert (Sampling)kauft eine repräsentative Auswahl statt aller Titeleinen kleinen Nachbildungsfehler – die Abweichung vom Index in beide Richtungen
Synthetisch (Swap)hält einen beliebigen Wertpapierkorb und tauscht dessen Ertrag gegen den Indexertragdas Ausfallrisiko des Tauschpartners, begrenzt und besichert – aber vorhanden

Fondsgröße, Alter und Schließung

Ein Fonds kann geschlossen und abgewickelt werden, wenn er sich für die Gesellschaft nicht rechnet. Das ist kein Verlustereignis – das Vermögen wird ausgezahlt –, aber es ist ein Steuerereignis: Der Gewinn wird realisiert, ob man will oder nicht, und die Steuerstundung ist weg.

  • Sehr kleine Fonds werden häufiger geschlossen. Eine gewisse Mindestgröße und einige Jahre Bestand sind ein praktischer Filter – nicht wegen der Qualität, sondern wegen der Fortführungswahrscheinlichkeit.
  • Bei einem Sparplan über Jahrzehnte wiegt das schwerer als ein Zehntelprozentpunkt Kostenunterschied. Ein billigerer Fonds, der nach acht Jahren verschmolzen wird, kostet die Stundung des gesamten bis dahin aufgelaufenen Gewinns.
  • Eine Verschmelzung ist die mildere Variante – dort läuft die Anlage in einem anderen Fonds weiter, und die Anschaffungsdaten wandern regelmäßig mit.

Was du dir merken solltest

  • Der ruhige Kurs offener Immobilienfonds ist eine Bewertungsfrage, keine Sicherheit – dazu Fristen von bis zu drei Jahren.
  • Aktiv gegen passiv ist zuerst eine Kostenfrage; die Marktrendite vor Kosten haben alle gemeinsam.
  • Vier Kostenblöcke, nicht einer – und Transaktionskosten stehen in keiner TER.
  • Verglichen wird die Wertentwicklung nach Kosten gegen den passenden Index in der richtigen Variante.
  • Voll replizierend, optimiert und synthetisch tragen verschiedene Zusatzrisiken – alle drei sind Sondervermögen.
  • Vergleichbar ist nicht die Kostenquote, sondern die tatsächliche Abweichung vom Index über Jahre.
  • Eine Fondsschließung ist kein Verlust, aber ein Steuerereignis – die Stundung ist weg.
  • Bei einem Sparplan über Jahrzehnte wiegt die Fortführungswahrscheinlichkeit mehr als ein Zehntelprozentpunkt.

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