Die Fondsarten und wofür sie gebaut sind
| Art | Enthält | Typische Schwankung | Gedacht für |
|---|---|---|---|
| Aktienfonds | Aktien, meist nach Region oder Branche | Hoch | Anlagehorizonte ab zehn bis fünfzehn Jahren |
| Rentenfonds | Anleihen von Staaten und Unternehmen | Mittel – abhängig von Laufzeit und Bonität | Ausgleich zu Aktien; Erträge statt Kursgewinne |
| Mischfonds | Beides, in wechselnder Gewichtung | Dazwischen | Wer die Aufteilung abgeben will – und dafür zahlt |
| Geldmarktfonds | Sehr kurz laufende Forderungen | Sehr gering | Geld parken, nicht anlegen |
| Offene Immobilienfonds | Gewerbeimmobilien | Optisch gering, in Wahrheit anders gelagert | Siehe Warnung weiter unten |
Aktiv oder passiv – die ehrliche Bilanz
Ein aktiver Fonds versucht, seinen Vergleichsindex zu schlagen. Das gelingt einzelnen, und es gelingt selten dauerhaft. Der Grund ist arithmetisch und nicht polemisch: Alle Anleger zusammen halten den Markt, ihre durchschnittliche Rendite vor Kosten ist also die Marktrendite. Nach Kosten liegt der Durchschnitt darunter – und aktive Fonds haben die höheren Kosten.
Daraus folgt nicht, dass aktive Fonds sinnlos sind. In engen, schlecht abgedeckten Märkten – Nebenwerte, Schwellenländeranleihen – ist der Vorsprung durch Recherche größer als in einem Markt, den tausend Analysten beobachten. Es folgt aber, dass die Kostenfrage bei einem aktiven Fonds die erste ist, nicht die letzte.
Kosten vollständig erfassen
Die genannte Kostenquote ist nicht alles. Vier Posten gehören zusammengezählt:
- Laufende Kosten (TER). Verwaltung, Depotbank, Prüfung, Vertrieb. Steht im Basisinformationsblatt.
- Transaktionskosten im Fonds. Was das Handeln innerhalb des Fonds kostet – nicht in der TER enthalten. Ein Fonds, der seinen Bestand jedes Jahr komplett umschichtet, zahlt hier ein Vielfaches eines ruhigen.
- Erfolgsabhängige Vergütung. Prüfen, worauf sie sich bezieht und ob es eine Hochwassermarke gibt – ohne sie kann derselbe Zuwachs nach einem Verlustjahr zweimal vergütet werden.
- Ausgabeaufschlag. Einmalig, aber wirksam: Bei fünf Prozent und einer angenommenen Rendite von sechs Prozent ist fast ein ganzes Anlagejahr weg, bevor es losgeht.
Thesaurierend oder ausschüttend
Thesaurierend heißt, dass Erträge im Fonds bleiben und wieder angelegt werden; ausschüttend, dass sie auf dein Konto fließen. Der Unterschied ist keiner der Rendite – am Ausschüttungstag sinkt der Anteilspreis um den ausgeschütteten Betrag –, sondern einer des Zeitpunkts und des Aufwands.
In der Aufbauphase ist thesaurierend meist bequemer: Der Zinseszins läuft ohne Zutun weiter, und es fallen keine Ordergebühren für die Wiederanlage an. In der Entnahmephase oder wenn der Sparerpauschbetrag gezielt ausgenutzt werden soll, spricht mehr für ausschüttend.
Wie ein ETF seinen Index tatsächlich nachbildet
Zwei Fonds auf denselben Index können völlig verschieden gebaut sein, und der Unterschied bestimmt, welches Risiko man neben dem Marktrisiko trägt.
| Bauart | Wie | Was man zusätzlich trägt |
|---|---|---|
| Voll replizierend | kauft alle Indextitel in der Indexgewichtung | nichts Zusätzliches. Bei sehr breiten Indizes teuer im Handel |
| Optimiert (Sampling) | kauft eine repräsentative Auswahl statt aller Titel | einen kleinen Nachbildungsfehler – die Abweichung vom Index in beide Richtungen |
| Synthetisch (Swap) | hält einen beliebigen Wertpapierkorb und tauscht dessen Ertrag gegen den Indexertrag | das Ausfallrisiko des Tauschpartners, begrenzt und besichert – aber vorhanden |
Fondsgröße, Alter und Schließung
Ein Fonds kann geschlossen und abgewickelt werden, wenn er sich für die Gesellschaft nicht rechnet. Das ist kein Verlustereignis – das Vermögen wird ausgezahlt –, aber es ist ein Steuerereignis: Der Gewinn wird realisiert, ob man will oder nicht, und die Steuerstundung ist weg.
- Sehr kleine Fonds werden häufiger geschlossen. Eine gewisse Mindestgröße und einige Jahre Bestand sind ein praktischer Filter – nicht wegen der Qualität, sondern wegen der Fortführungswahrscheinlichkeit.
- Bei einem Sparplan über Jahrzehnte wiegt das schwerer als ein Zehntelprozentpunkt Kostenunterschied. Ein billigerer Fonds, der nach acht Jahren verschmolzen wird, kostet die Stundung des gesamten bis dahin aufgelaufenen Gewinns.
- Eine Verschmelzung ist die mildere Variante – dort läuft die Anlage in einem anderen Fonds weiter, und die Anschaffungsdaten wandern regelmäßig mit.
Was du dir merken solltest
- Der ruhige Kurs offener Immobilienfonds ist eine Bewertungsfrage, keine Sicherheit – dazu Fristen von bis zu drei Jahren.
- Aktiv gegen passiv ist zuerst eine Kostenfrage; die Marktrendite vor Kosten haben alle gemeinsam.
- Vier Kostenblöcke, nicht einer – und Transaktionskosten stehen in keiner TER.
- Verglichen wird die Wertentwicklung nach Kosten gegen den passenden Index in der richtigen Variante.
- Voll replizierend, optimiert und synthetisch tragen verschiedene Zusatzrisiken – alle drei sind Sondervermögen.
- Vergleichbar ist nicht die Kostenquote, sondern die tatsächliche Abweichung vom Index über Jahre.
- Eine Fondsschließung ist kein Verlust, aber ein Steuerereignis – die Stundung ist weg.
- Bei einem Sparplan über Jahrzehnte wiegt die Fortführungswahrscheinlichkeit mehr als ein Zehntelprozentpunkt.
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