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IM Invests

Kosten & Gebühren · Stufe 2 von 3

Kosten vollständig erfassen

Warum die Kostenquote eine Untergrenze ist, welche Zahl stattdessen zählt und wie sich die eigenen Gesamtkosten je Jahr berechnen lassen.

Fortgeschritten12 Min. LesezeitAusgearbeiteter Text4 Quizfragen
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Was in der Kostenquote fehlt

Die TER – Total Expense Ratio, Gesamtkostenquote – klingt vollständig und ist es nicht. Sie umfasst Verwaltung, Depotbank, Wirtschaftsprüfung und Vertrieb. Drei Posten stehen ausdrücklich nicht darin:

  • Transaktionskosten innerhalb des Fonds. Was das Handeln im Fonds kostet, wird gesondert ausgewiesen. Ein Fonds, der seinen Bestand jährlich umschlägt, zahlt hier ein Vielfaches eines ruhigen – bei identischer TER.
  • Erfolgsabhängige Vergütung. Wird nur in guten Jahren fällig und steht deshalb nicht in der laufenden Quote.
  • Swap-Gebühren bei synthetisch abbildenden Fonds – der Preis für das Tauschgeschäft.

Die TER ist damit eine Untergrenze, keine Gesamtangabe. Das ist kein Vorwurf an die Fondsgesellschaften – so ist die Kennzahl definiert. Man muss es nur wissen.

Die Zahl, die stattdessen zählt

Bei Indexfonds gibt es eine bessere Größe: die Tracking-Differenz. Sie misst nicht eine Gebühr, sondern ein Ergebnis – wie weit lag die Wertentwicklung des Fonds im vergangenen Jahr hinter der seines Index? Alles, was tatsächlich passiert ist, steckt darin: Verwaltung, Handelskosten, Quellensteuern, Erträge aus Wertpapierleihe.

Die eigenen Gesamtkosten ausrechnen

Für einen ehrlichen Vergleich zweier Wege rechnet man die Kosten eines Jahres zusammen – in Euro, nicht in Prozent. Prozentzahlen verschiedener Bezugsgrößen lassen sich nicht addieren.

Beispielrechnung für ein Jahr
PostenRechnung
Laufende FondskostenDepotwert × Kostenquote
OrdergebührenAnzahl der Käufe × Gebühr je Order
SpreadUmgesetzter Betrag × halbe Geld-Brief-Spanne
DepotgebührFester Jahresbetrag
SummeAlles zusammen, geteilt durch den Depotwert = wahre Quote

Diese Rechnung führt regelmäßig zu einer Überraschung: Bei einem kleinen Depot mit häufigen Käufen dominieren die Ordergebühren, bei einem großen mit wenigen Käufen die Fondskosten. Die Frage „welcher Broker ist günstiger“ hat deshalb keine allgemeine Antwort – sie hängt an Depotgröße und Handelshäufigkeit.

Dieselben drei Kostenarten, zwei Depots, umgekehrte Rangfolge. Deshalb hat die Frage nach dem günstigeren Anbieter keine allgemeine Antwort.

Welche Kosten die Steuer mindern – und welche nicht

Bei Kapitalerträgen gilt eine Besonderheit: Werbungskosten sind mit dem Sparerpauschbetrag abgegolten. Depotgebühren, Fachliteratur, Softwarekosten und Beratungshonorare lassen sich also nicht zusätzlich absetzen, auch wenn sie nachweislich angefallen sind. Der Pauschbetrag ist der Abzug, und daneben gibt es keinen zweiten.

Eine Ausnahme gibt es, und sie ist wichtig: Die Kosten, die unmittelbar beim Kauf und Verkauf anfallen – Ordergebühr, Handelsplatzentgelt, Maklercourtage –, gehören zur Anschaffung beziehungsweise mindern den Veräußerungserlös. Sie wirken also über den Gewinn, nicht neben ihm. Der Unterschied klingt nach Buchhaltung und ist keiner: Eine Ordergebühr senkt die Steuer, eine Depotgebühr nicht.

Der Spread ist eine Gebühr ohne Rechnung

Zwischen Kauf- und Verkaufskurs liegt jederzeit eine Spanne. Wer kauft, zahlt den höheren, wer verkauft, bekommt den niedrigeren – die Differenz bleibt beim Handelsplatz. Sie steht auf keiner Abrechnung, fällt aber bei jedem Kauf an, und bei wenig gehandelten Papieren übersteigt sie die Ordergebühr um ein Vielfaches.

Beeinflussen lässt sie sich, ohne etwas zu optimieren, was sich nicht optimieren lässt: Sie ist am engsten, wenn der Heimatmarkt des Papiers geöffnet hat. Ein ETF auf US-Aktien handelt sich am frühen Morgen in Deutschland anders als am Nachmittag, wenn die amerikanischen Börsen offen sind – nicht weil der Kurs ein anderer wäre, sondern weil die Spanne enger ist, wenn viele handeln.

Was du dir merken solltest

  • Die TER ist eine Untergrenze: Handelskosten im Fonds, Erfolgsvergütung und Swap-Gebühren fehlen darin.
  • Die Tracking-Differenz misst das Ergebnis statt einer Gebühr – über mehrere Jahre betrachtet.
  • Gesamtkosten in Euro rechnen, nicht in Prozent addieren.
  • Welcher Anbieter günstiger ist, hängt von Depotgröße und Handelshäufigkeit ab.
  • Ordergebühren mindern den steuerpflichtigen Gewinn, Depotgebühren nicht – bei Kapitalerträgen sind Werbungskosten mit dem Pauschbetrag abgegolten.
  • Der Spread steht auf keiner Rechnung und ist bei geöffnetem Heimatmarkt am engsten.

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